Prof. DI Dr. Hermann "Herminator" Lesacher

Am ersten Schultag humpelte er voll motiviert für das Amt des Klassenvorstandes in unsere Klasse. Da er schon vor unserer HTL-Zeit eine Klasse 5 Jahre betreut und zur Matura geführt hat, wusste er uns richtig anzufassen. Jedoch erschien es uns oft so, als glaubte er seine alte Klasse vor sich zu haben. Denn ab und zu verstand er nicht ganz, warum wir so einfache Dinge nicht schon lange wissen. Seine Kompetenz in TKO und KU und sein umfassendes fachliches Wissen (dass er nicht immer so gut vermitteln konnte), fiel uns schon nach einigen Stunden auf. Auch seine Art eine Systemskizze auf die Tafel zu bringen war einzigartig. Meistens waren durch die unleserliche Form mehrmalige Rückfragen nötig. Am meisten Unsicherheit herrschte jedoch vor seinen Tests in TKO: "Ihr kennt's olle Untalogn verwendn, oba mit dem Nochba ratschn is vabotn!" Es traten für uns unlösbare Dinge auf und das Verwenden der Unterlagen war meist nicht von Bedeutung. Herr Prof. Lesacher war auch hinsichtlich Planabgaben immer sehr verständnisvoll:" Abgabe Dienstag 8:02!" "Herr Professor wir müssen noch plotten!" "O.k., Abgabe 8:05!" Im Großen und Ganzen hatten wir jedoch immer genügend Zeit unsere Pläne so fertig zustellen, "dass das gezeichnete Möbel ein Lehrling auf der Hobelbank ohne Rückfrage mit dem Planer bauen könnte".
Prof. Lesacher hatte eine eigene Art zu benoten. Einen Einser gab es nie und unsere Mädchen fühlten sich immer benachteiligt. Seine Devise war: "An Anser kriagt da Papst, an Zwara da Lehrer und danoch kummt long nix!". Gewisse Damen holte er jede Stunde zur Prüfung heraus und frauenfeindliche Witze und Äußerungen machten ihn bei manchen Mädles für kurze Zeit unbeliebt. Auch die Verbesserung der Pläne lies ab und zu zu wünschen übrig. Trotz eines Vierers war wenig rot angezeichnet. Fragte man dann warum das ein Vierer sei, war plötzlich sehr viel mehr rot. Oder man bekam ein: "Jo sigst dos nit sölba?" zur Antwort.
Durch seine großzügige Art und Weise in der 4. Klasse, versuchte er ein eigenes System für die Abrechnung unserer Fehlstunden einzuführen. Leider ist diese Alternative durch die Missachtung einiger Schüler und ständiger Schikanen unseres AV´s wieder sehr schnell zusammengebrochen. Außerdem war unser Klassenvorstand bekannt dafür, dass er gerne Ausflüge macht. Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön für sämtliche Skitage, Exkursionen und von ihm organisierte Projektwochen.
Beim Fortfahren mit unserem Hermann lernt man sehr schnell seine andere Seite kennen. Mit seinem gefärbten, naturwelligen Haar und seinen blondierten Augenbrauen entwickelte er sich zu einem regelrechten Aufreißer. Außerdem könnte man sich als Klasse keinen besseren Begleitlehrer bei Ausflügen vorstellen. Auf den längeren Busfahrten beteiligte er sich gerne an div. Schnaps- Partien (das Kartenspiel ist gemeint!) und unterhielt uns auch sonst mit verschiedenen Geschichten aus seiner Jugend. Weiters gab er uns auch oft Tipps wo die besten Locations zum Fortgehen waren und nicht selten war er mit von der Partie. Auch unsere treue Begleit- und Englischlehrerin Frau Professor Huber muss man an dieser Stelle erwähnen. Hermann und Hilde, das dynamische Duo, begleiteten uns in Barcelona und Prag.
Das Highlight war jedoch der Ausflug nach Wien mit Hermann und unserer neuen Englischlehrerin Frau Professor Zednicek. Anfangs hatten wir unsere Bedenken, ob die Lehrer wohl gut harmonieren würden, doch in der Nacht wurde uns beim Feiern im Zimmer von Hermann das "DU- Wort" angeboten. Somit hatten wir ihn endgültig in unser Herz geschlossen.
Nicht zu vergessen ist die draufgängerische Seite von unserem Hermann. Wie schon anfangs erwähnt humpelte er am ersten Schultag in die Klasse. Dies ist auf den Skiunfall zurückzuführen, den er vor der Matura seiner ehemaligen Schüler hatte. Ein Beckentrümmerbruch, ein Milzriss und eine Wirbelverletzung waren die Folgen. Für uns trat jedoch genau dieselbe Situation ein. Unser Hermann zog sich im Februar 2002 eine schwere Wirbelverletzung beim Skifahren auf der Gerlitzen zu. Ein Ausfall bis zur schriftlichen Matura und ein eingegipster Kopf und Oberkörper waren die Folgen. Nebenbei hatte er riesiges Glück, weil er sich einen Trümmerbruch des 2. Halswirbels zuzog und dies allgemein als Genickbruch gilt. Aber unser Hermann ist nicht zu verwüsten, Unkraut vergeht einfach nicht. Sogar als er seinen weißen Porsche schon nach kurzer Zeit zu Schrott gefahren hatte, kaufte er sich einfach ein neues Auto und trauerte nicht lange. Auch seiner Leidenschaft, dem Schifahren, wird er wohl auch weiter frönen.
Wir sind gespannt, ob er nach uns wieder eine Klasse 5 Jahre lang auf die Matura vorbereiten darf und ob diese ihn genauso ins Herz schließen wird wie wir!

Nur noch eins: Hermann wir werden dich vermissen!

Sprüche:

Lesacher: Geht's mit´n Schachermayer schlofn!... I man mit´n Buach!

Lesacher (über Klampferer): Hot er a Freindin?
?: Jo!
Lesacher: A de beeinflusst ihn so negativ! Meistens steckt eh so a Weib dahinter...

Lesacher: Wenn ma im Winta die Fensta aufmochn, tua ma Stoßlüftn. Wenn die Fensta zua san, tua ma in da Schul Dauerlüftn. Weil de san so undicht, do wird dauernd glüftet!

Lesacher: Wos is "Anisotrop"?
Anita: Was I jo nit! I bin jo ka Wörterbuch!

Lesacher: Berechnung des Kreisumfanges ist Auge mal Pi! Na... Oder so ähnlich!

Lesacher: Rothi du brauchst schon a ärztliche Bestätigung! Oda schlof mit an Arzt, geht a!

Hermann über uns

Wenn ich mich an den ersten Schultag erinnere, sehe ich eine mit 35 Schülern überfüllte Klasse vor mir. Alle mindestens um einen Kopf kleiner und nichtsahnend was wir gemeinsam in 5 Jahren erleben werden.
Es war sehr viel dabei, ein hartes Ringen gegen sich häufende Fehlstunden, versäumte Termine, manchmal vorgetäuschte Leistungen...
Mein pädagogisches Ziel war es, Euch einen möglichst großen Praxisbezug zu vermitteln und euch zu kritischen Menschen zu erziehen.
So manche Exkursionen dienten nicht nur der fachlichen Wissenserweiterung sondern förderten im hohen Maße die Klassenkameradschaft.
In jeder(m) von Euch steckt eine Persönlichkeit und nun gilt es den weiteren Lebensweg zu planen, wofür ich allen meine besten Wünsche mitgeben möchte.
Auf ein Wiedersehen auf einer der vielen zukünftigen Parties
-Euer Hermann